Schopenhauers Kosmos

 

 Qualität.

1) Die Qualität als eine Denkform.

(S. Denkformen.)

2) Die Qualität als Bestimmung der Materie.

(S. Form.)

3) Die Naturkräfte als geheimnisvolle Qualitäten (qualitates occultae).

(S. Naturkraft.)

4) Die Zurückführung aller Qualität auf Quantität.

Die Physik führt den Unterschied der Töne, der in Hinsicht auf Höhe und Tiefe für das Gehör ein qualitativer ist, auf einen bloß quantitativen zurück, nämlich auf den der schnelleren, oder langsameren Vibration; wobei sich demnach Alles aus bloß mechanischer Wirksamkeit erklärt. Daher eben läuft in der Musik nicht nur das rhythmische Element, der Takt, sondern auch das harmonische, die Höhe und Tiefe der Töne, auf Bewegung, folglich auf bloßes Zeitmaß und demnach auf Zahlen zurück. Hier ergibt nun die Analogie eine starke Präsumtion für die Lockesche Naturansicht, dass nämlich Alles, was wir, mittelst der Sinne, an den Körpern als Qualität wahrnehmen (Lockes sekundäre Qualitäten), an sich nichts weiter sei, als Verschiedenheit des Quantitativen, nämlich bloßes Resultat der Undurchdringlichkeit, der Größe, der Form, der Ruhe oder Bewegung und Zahl der kleinsten Teile; welche Eigenschaften Locke als die allein objektiv wirklichen bestehen lässt und demnach primäre, d. i. ursprüngliche Qualitäten nennt. Diese Ansicht, aus welcher von den Physikern Folgerungen zu Gunsten der Atomistik gezogen werden, wie sie besonders in Frankreich herrscht, aber auch in Deutschland um sich greift, ist jedoch eine sehr rohe. (P. II, 116—122. Vergl. auch Atom, Atomistik; Materialismus; Mechanik.)