Schopenhauers Kosmos

 

 Pfaffen.

1) Die Urlist aller Pfaffen.

Das Grundgeheimnis und die Urlist aller Pfaffen auf der ganzen Erde und zu allen Zeiten, mögen sie brahmanische, oder mohammedanische, buddhistische, oder christliche sein, ist Folgendes. Sie haben die große Stärke und Unvertilgbarkeit des metaphysischen Bedürfnisses des Menschen richtig erkannt und wohl gefasst; nun geben sie vor, die Befriedigung desselben zu besitzen, indem das Wort des großen Rätsels ihnen auf außerordentlichem Wege direkt zugekommen wäre. Dies nun den Menschen einmal eingeredet, können sie solche leiten und beherrschen nach Herzenslust. Von den Regenten gehen daher die klügeren eine Allianz mit ihnen ein; die anderen werden selbst von ihnen beherrscht. (P. II, 387 fg.)

2) Verderblicher Einfluss der Pfaffen.

(S. Fanatismus und unter Glaube: Schädliche Wirkung früh eingeprägter Glaubenslehren. — Über den verderblichen Einfluss der englischen Pfaffen s. Engländer.)

3) Hass der Pfaffen gegen gewisse Wahrheiten.

Der Hass der Pfaffen gegen die Magie geht aus einer dunkeln Ahnung und Besorgnis hervor, dass die Magie die Urkraft an ihre richtige Quelle zurück verlege, während die Kirche ihr eine Stelle außerhalb der Natur angewiesen hatte. (N. 127.)
Die Pfaffen und ihre Gesellen wollen nicht leiden, dass im System der Zoologie der Mensch zu den Tieren gerechnet werde; die Elenden! welche den ewigen Geist verkennen, der in allen Wesen lebt, Einer und derselbe, und in ihrem kindischen Wahn sich an ihm versündigen. (M. 467. P. II, 402.)